Freitag, 9. April 2010

Roadtrip Tag 28: Litchfield National Park (280 km)

Zurück in Darwin wollen wir unseren teuren Schrottcamper plangemäß gegen ein günstigeres Modell ohne Allradantrieb eintauschen. Stattdessen bekommen wir wieder einen Allradcamper desselben Modells – kostenlos, als „Entschädigung“. Wir vermuten eher, dass die Vermietung die Reservierungen verbockt hat und daher keinen normalen Camper mehr da hat…
Da ein Allradantrieb im Outback aber durchaus nützlich sein kann, nehmen wir den Camper dankend an und machen uns auf die Reise – nicht aber, ohne die Klimaanlage voher auf Herz und Nieren zu testen. Alles funktioniert. Auf geht es Richtung Süden – vor uns liegen einige Tausend Kilometer auf dem Stuart Highway Richtung Alice Springs. Rooooooaaaadtriiiip!!

Hundert Kilometer später, mitten im Nirgendwo und mitten in der Nacht reißt uns plötzlich eine Alarmsirene aus der Langeweile am Steuer – Motor überhitzt.


Stille. Nichts ist zu hören außer dem leisen Knacken des heißen Motors und ab und zu dem Rascheln von ein paar Tieren im Gebüsch. Dazu vollkommene Dunkelheit, was die Angelegenheit nicht gerade gemütlicher macht.

Das Handbuch der Autovermietung empfiehlt dringend, die Hotline anzurufen und keinesfalls selbst am Auto herum zu werkeln. Leichter gesagt als getan - kein Handyempfang und keine Menschenseele weit und breit. Alle zehn Minuten passiert uns ein Auto, doch niemand hält es für nötig unserer Einladung zu einem mitternächtlichen Plausch um den glühenden Motor herum zu folgen.
Als dieser sich etwas beruhigt hat, zeigt eine eingehendere Betrachtung, dass der ehemals volle Kühlwassertank komplett leer ist. Also spenden wir dem Motor unser gutes Trinkwasser zur Kühlung und tuckern langsam durch die Einöde, bis wir auf ein verlassenes öffentliches Telefon stoßen, von dem aus wir die Pannenhilfe anrufen.


Viel Telefonieren und noch mehr Warten später kommt irgendwann der Abschleppdienst. Das wenig überraschende Ergebnis der Analyse – ein Leck in der Kühlwasserleitung. Den Camper bitte langsam nach Darwin zurückfahren und umtauschen. Um drei Uhr nachts kommen wir also völlig übermüdet wieder in Darwin an und Campieren direkt vor dem Depot der Vermietung.
Verschlafen durchwandern wir am nächsten Morgen das Depot und untersuchen jedes einzelne Auto auf Tauglichkeit. Schließlich bleiben wir an einem Toyota hängen, der als einziges Modell etwas neueren Datums zu sein scheint. Der Vermieter wagt unserem Wunsch nicht zu widersprechen und so verlassen wir Darwin mit unserem Wunschmodell – hoffentlich zum letzten Mal.


Unser heutiges Ziel ist der winzige Litchfield National Park, der das komplette Gegenteil des Kakadu National Parks zu sein verspricht – alle fünfzehn Kilometer eine weitere Attraktion, alle verbunden durch eine hervorragend geteerte Straße.

Als erstes erreichen wir die magnetischen Termitenhügel. Um der prallen Mittagssonne möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, sind die Hügel perfekt von Nord nach Süd ausgerichtet.


Beeindruckend aber auch die Kathedralen-Termiten, deren feuer-, wasser- und windresistente Bauten einige Meter hoch und hunderte Jahre alt werden können.


Weiter führt uns unser Weg zu einer verlassenen Zinnmine, deren Überbleibsel der Verrostung preisgegeben wurden und ein eindrückliches Bild von der harten Bergwerksarbeit Mitte des letzten Jahrhunderts geben.


Der Rest des Tages steht jedoch ganz im Zeichen des Wassers. Von den Tolmer Falls, die sich majestätisch in dünnem Strahl in die Tiefe stürzen…


…über das Wahrzeichen des Parks, die Wangi Falls…


…bis hin zu den ebenfalls zweigeteilten Florence Falls mitten im Monsunwald.


Unserer bescheidenen Meinung nach sind alle drei wesentlich beeindruckender als die Wasserfälle der Atherton Tablelands – vor allem aber auch eine perfekte Erfrischung bei dem nach wie vor heißen Wetter.


Den Tag lassen wir dann an den Buley Rockholes ausklingen, die sich mit kristallklarem Wasser perfekt zum Baden eignen und ein enormes Spaßpotential bieten.



Während Sina den Whirlpool genießt, geht Jonathan wieder einmal auf eine zoologische Exkursion. Erwähnenswert vielleicht die winzigen Fröschchen, die wie Jesus auf dem Wasser wandeln können…


…oder eine Western Brown Snake, die sich seelenruhig am Weg entlang schlängelt. Irgendwie erwartet man von einer der giftigsten Schlangen hier auf dem Australischen Kontinent einen dramatischeren Auftritt...


Toll, oder? Sina verdreht die Augen (weil es schon wieder 300 Tierbilder zum Aussortieren gibt).

Donnerstag, 8. April 2010

Roadtrip Tag 25-27: Kakadu National Park (620 km)

250 km östlich von Darwin liegt Australiens größter, schönster und artenreichster Nationalpark. Auf 20 000 qkm (Baden-Würtemberg 35 000 qkm) finden sich 5 einem jahreszeitlichen Wandel unterworfene Landschaftsformen, 25 Froscharten, 10 000 Insektenarten, ein Drittel aller einheimischer Vogelarten und viele viele unentdeckte Spezies. Das Land gehört den traditionellen Aborigine-Bewohnern, die seit 50 000 Jahren zwischen Savanne, Monsun-Regenwald, Mangrove, Flutebene und Sandsteinabbruch leben.

Mit dem Anfang der Regenzeit vollzieht sich eine wundersame Transformation mit der Landschaft im Kakadu National Park. Die dürre Savannenlandschaft wird überschwemmt - riesige mit Seerosen bedeckte Wasserlöcher und Flutebenen entstehen. Staubtrockene Flussläufe schwellen an und versiegte Wasserfälle ergießen sich über schroffe Felsabbrüche hunderte von Metern in die Tiefe. Die überschwemmten Ebenen stellen ein Brutparadies für zahlreiche Vogelarten dar – welche wiederum Salzwasserkrokodile aus den Flüssen anlocken.


Von alldem bekommt man als Tourist leider nicht viel zu sehen, weil die Wassermassen auch vor Straßen nicht Halt machen und die meisten Orte daher höchstens per Hubschrauber erreichbar sind. Wenn man wie wir am Ende der Regenzeit nach Kakadu kommt, braucht man daher vor allem eines – Allradantrieb.

Unser Allradantrieb kommt in Form eines wenig vertrauenserweckenden, hochgebockten Mitsubishi-Vans. Etwas enttäuscht sind wir schon – dreckig, kein Kühlschrank, keine Steckdosen, kaputtes Licht. Auf der Fahrt zum Nationalpark fällt uns noch ein gravierender Mangel auf – eine kaputte Klimaanlage, und das bei schwülen 35°C. Fenster runter, Fahrtwind rein, schwitzen.
Als es wie aus Eimern zu regnen beginnt, stellen wir den nächsten Defekt fest – das Fahrerfenster lässt sich nicht mehr nach oben fahren.

Als wir das Fenster schließlich manuell nach oben gezerrt bekommen, ist innen Saunaparty angesagt…


Für unseren ersten Stopp in Ubirr meldet das Parkinformationszentrum 10 cm Wasser auf der Straße, aber befahrbar. No Problemo, wozu haben wir einen hohen Allradcamper gemietet?
Die Realität sind dann 30 cm. Nach langem Zögern entschließen wir uns zur Durchquerung, doch dann lässt sich der Allradantrieb ums Verrecken nicht aktivieren. Kaputt.
Während wir Nadeln in eine virtuelle Voodoopuppe unserer Vermietung stecken, pflügen die großen Geländewagen mit Schnorchel an uns vorbei durch den Fluss. Doch dann setzt sich Sina kurz entschlossen hinters Steuer und ab geht’s…


Nicht umsonst ist der Kakadu National Park auch für seine kulturellen Schätze als Weltkulturerbe gelistet. Die Felsmalereien, die wir in Ubirr zu sehen bekommen, sind bei weitem die schönsten, die wir bisher gesehen haben.


Ein Ranger erzählt uns dazu einige Traumzeitgeschichten, die hinter den Zeichnungen stehen. Wirklich interessant, auch wenn (oder gerade weil) uns Religion und Kultur der Aborigines völlig fremd sind.

Eine kurze, aber steile Wanderung später bekommen wir einen weitläufigen Blick über die Wälder und Wasserlöcher Kakadus präsentiert.


Als wir uns in der Abenddämmerung wieder auf den Weg Richtung Süden machen, erleben wir eine unangenehme Überraschung – durch den strömenden Regen angeschwollen zeigt der Wasserpegelmesser respekteinflößende vierzig Zentimeter an.


Da es noch immer regnet und wir keinesfalls die nächsten paar Tage hier festsitzen wollen, setzen wir alles auf eine Karte und jagen unseren Möchtegern-Geländewagen durch die Fluten.  Am nächsten Tag steht an gleicher Stelle ein Schild – „Unpassierbar, 70 cm Wassertiefe“.

Der folgende Morgen bringt erneuert Felsmalereien, weitere Aussichtspunkte, einen Besuch im Kulturzentrum der lokalen Aborigines sowie als besonderes Highlight eine Wanderung zu den Gubara Felspools. Im Gegensatz zum Rest des Parks ist das Baden hier sogar möglich, denn an Gubara gibt es „nur“ die harmlosen Süßwasserkrokodile. An allen anderen Bächen und Seen lauern hingegen gefräßige Salzwasserkrokodile. Na dann…


Ein Insidertipp bringt uns weg von den Felspools zu einem versteckten Wasserfall mitten in einem kleinen Fleckchen Monsunwald, wo wir der Hitze des Tages entfliehen. Wir entdecken sogar eine kleine Felsmalerei, die davon zeugt, dass wir nicht als erste hier waren.


Tierisches Highlight des Tages sind ein Schwarm Rabenkakadus (nachtschwarzes Gefieder mit roten Federn am Schwanz), von denen jedoch auf mysteriöse Weise alle Bilder verloren gingen. Ein Fluch, weil wir einen geheiligten Aborigines-Wasserfall entehrt haben?

Nachdem wir feststellen, dass unser Allradantrieb doch funktioniert – nur die Anzeige ist kaputt – besteht der größte Spaß des heutigen Tages darin, alle möglichen kleineren Flüsse und Wasserlöcher zu durchqueren…



Der Tag endet auf einem idyllischen Campingplatz am Rande eines Wasserlochs – mit der schlimmsten Nacht unseres Lebens. Die drückende Hitze macht leicht geöffnete Fenster zur Lebensnotwendigkeit, während das helle Sirren von Heerscharen von Moskitos auf uns, über uns, neben uns, um uns - einfach überall zu hören ist. Es gibt nichts Grausameres, als mit offenen Augen in der Dunkelheit zu liegen und mit anzuhören wie man lebendig gefressen wird.
Als sich die Plagegeister auch durch eine Ganzkörperdusche Autan in keinster Weise beeindrucken lassen, setzen wir uns ins Auto und flüchten ans andere Ende des Parks. Nie wieder Sumpfcampen…

Angeblich wimmelt es in Kakadu vor Salzwasserkrokodilen. Uns zeigt sich leider kein einziges, warum wir am nächsten Morgen auf dem Rückweg nach Darwin für ein letztes Highlight stoppen. Um einem vier Meter langen menschenfressenden Reptil in freier Natur gegenüberzustehen begeben wir uns auf ein kleines Schiff, dass gemächlich auf den Adelaide River hinaus schippert. Hier sollte man wirklich nicht baden, denn auf einem 1km langen Flussabschnitt leben etwa 150 Krokodile. 


Einige davon werden mit großen Fleischbrocken angelockt und demonstrieren uns eindrücklich, dass man auch über Wasser nicht vor einem hungrigen Kroko sicher ist…

Montag, 5. April 2010

Roadtrip Tag 24: Darwin

Bumm! Aus dem klimatisierten Flughafengebäude an die feuchtschwüle Darwiner Luft zu treten ist wie gegen eine Mauer zu prallen. Ab ins Hostel und die röhrende Klimaanlage anschalten – die einzige Möglichkeit, der lähmenden Hitze zu entfliehen.
Dennoch schleppen wir uns lethargisch von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, schauen „alte“ Rathäuser, geheime unterirdische Ölbunker aus dem zweiten Weltkrieg, chinesische Tempel sowie die Esplanade entlang des Meeres und den riesigen Hafen an. Irgendwie vermittelt Darwin einen provinzialischen Eindruck; alles wirkt etwas zu klein, zu ruhig für eine Staatshauptstadt. 


Bemerkenswert ist hingegen, dass man hier deutlich mehr Aborigines als in den bisherigen Städten sieht. Was genau diese den ganzen Tag machen bleibt uns in Rätsel – es wirkt etwas wie ziellos auf der Straße rumgammeln. Leider scheint Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und daraus resultierende Perspektivenlosigkeit nach wie vor ein großes Problem der Ureinwohner Australiens zu sein.  

Da der Stadtrundgang hitzebedingt ziemlich kurz ausfällt, beschließen wir unsere übrige Zeit in das zu investieren, wofür Darwin bekannt ist – Krokodile. Aufgrund unserer zahlreichen Besuche von australischen Zoos, Aquarien und Wildlifezentren erwarten wir nicht allzu viel von der Crocosaurus Cove. Für Langeweile bleibt dann jedoch keine Zeit, auf eine Attraktion folgt die Nächste. Die Cove ist die Heimat einiger riesiger berühmter Krokodile, ob scheingefährlich (das Kroko aus Crocodile Dundee) oder gefährlich (Ausbrecherkünstler und Menschenfresser)...


...außerdem einer Horde Schlüpflinge...


...die sich sogar Angeln lassen...


...und sich auch mal gerne von den vor Angst zitternden Besuchern anfassen lassen.


Auch viele andere Reptilien sind hier zu Hause – Schau mir in die Augen, Kleines!


Zum Abschluss des Tages genießen wir den Sonnenuntergang an Darwins Hafen – der übrigens einen Tidenhub von sagenhaften acht Metern hat – und verspeisen an der Fressmeile am Pier einen der Gesellen, die wir heute Mittag noch staunend bewundert haben. Außerdem probieren wir leckeren Wasserbüffel, Känguru und Barramundi. Mjamm.

Sonntag, 4. April 2010

Roadtrip Tag 23: Cairns - Darwin (2000 km)

Mission: Accomplished.

Nach 22 Tagen sind wir in Cairns angekommen!

4476 km weit hat uns unser treuer Hippiecamper gebracht, jetzt müssen wir ihn schweren Herzens abgeben. Für die nächsten 2000 km nach Darwin wählen wir doch lieber das Flugzeug.

Für 4476 km braucht man übrigens 470,75 Liter Benzin. Wie gut, dass es in Australien keine Ökosteuer gibt...

Samstag, 3. April 2010

Roadtrip Tag 22: Kuranda - Cairns (60 km)

Durch den Monsuuuuuuun… Spätestens in Cairns erfahren wir, warum der Regenwald REGENwald und die Regenzeit REGENzeit heißt. Die Nässe lässt einen Stadtbummel in Cairns nicht allzu attraktiv erscheinen, daher fahren wir voll ungedämpfter Vorfreude (Jonathan) bzw. etwas demotiviert (Sina) nach Kuranda, das „Dorf im Regenwald“. Der tropische Wald scheint das Dorf von allen Seiten zu bedrängen und an einigen Stellen wirkt es, als ob der Dschungel Häuser und Straßen demnächst verschlingen wolle.


Dem touristischen Trubel auf den Kuranda Markets, wo sich allerlei Krimskrams von Krokoarmbändern über bunte Tücher bis hin zu allerlei Opalschmuck erwerben lässt, kehren wir jedoch bald den Rücken…


…nicht jedoch ohne einem völlig apathischen Blauzungenskink gebührenden Respekt zu erweisen. 


Völlig für uns sind wir hingegen auf einem Track durch den Dschungel, der strömende Regen scheint alle anderen Touristen abzuschrecken. Der verschlungene Pfad führt uns kilometerlang mitten durch den tropischen Regenwald, von Grün zu Grün…


...durch Dschungelflüsse…


…und durch mehr Grün.


Nur ab und an müssen wir eine kurze Rast einlegen, um parasitäre Flussbekanntschaften zu entfernen…


Müde von unserer Expedition verbringen wir den Abend an einem der Strände nördlich von Cairns, dem malerischen Ellis Beach – wo es ausnahmsweise sogar für ein paar Minuten aufhört zu regnen.


Baden ist hier im Norden von Queensland allerdings nicht mehr allzu ratsam…

Freitag, 2. April 2010

Roadtrip Tag 20-21: Atherton Tablelands (300 km)

Im tropischen Norden von Queensland breitet sich teilweise unberührter Regenwald vom Ozean bis zu den Ausläufern der Great Dividing Range aus. Die Tafelberge der Atherton Tablelands bieten außer Regenwäldern eine ganze Reihe weiterer Landschaften. Wir stellen den Tag unter das Motto: Wer findet den schönsten Wasserfall?

Den letzten Platz belegen die Jourama Falls. Nicht, weil sie so hässlich waren, sondern schlicht und ergreifend auf Grund von Unzugänglichkeit.
Es herrscht Regenzeit und wir befinden uns in den Feuchttropen. Über ihre Ufer tretende Bach- und Flussläufe machen da auch vor Straßen nicht Halt. Der Hinweis „Water Over Road – Wasser auf der Straße“ und ein kurzer Fuß-kühlender Check veranlassen uns dazu besser umzukehren. 10 cm erscheinen nicht so viel, allerdings sind plötzliche Springfluten nach sintflutartigen Regenfällen keine Seltenheit und mehr als 10 cm trauen wir unserem Hippiecamper dann doch nicht zu.


Die Zillie Falls sind weder besonders hoch, noch besonders schön, noch besonders wild, noch besonders breit. Deshalb landen sie auch nur auf Platz 6.


Die Josephine Falls ergießen sich zwar in zwei Stufen, sind aber recht klein und es kommt nicht das Gefühl auf an einem richtigen Wasserfall zu sein. Es kommt ihnen aber zu Gute, dass sie Teil eines Wildwasserflusses sind, der ihnen mit großen Felsen und ausgewaschenen Becken zu Platz 5 verhilft.


Platz 4 vergeben wir für den breitesten Wasserfall Australiens, die Millstream Falls. Nicht ganz Niagara, aber trotzdem beeindruckend.


Die Bronzemedaille geht an die Millaa Millaa Falls. Völlig symmetrisch ergießt sich das Wasser in ein großes kreisrundes Becken. Die Situation wirkt wie gemalt. Bei so viel Perfektion ist Millaa Millaa für uns aber zu langweilig um die ganz vorderen Ränge zu erreichen.


Um die Spannung zu steigern wird zwischendurch eine kleine Sondermedaille an Jonathan vergeben: Er stürzt sich bei Regen in das sehr kalte Wasser des Millaa Millaa Beckens und wird dafür urkundlich in den Eisbärenclub aufgenommen.


Die Ellinjaa Falls verpassen den Sieg ganz knapp und landen auf Platz 2. Durch dichten Regenwald bahnt sich das Wasser in perfekter Form seinen Weg nach unten. Dass der Wasservorhang von Ellinjaa durch unregelmäßige Felsvorsprünge sanft unterbrochen wird, macht ihn erst zur richtigen Schönheit.


Unser Gewinner sind die Barron Falls. Die brachialen Wassermassen des Barron River lassen sich nicht in einen ordentlichen Wasserfall bändigen. Viel mehr stürzt das Wasser über raue Felsen unkontrolliert an jeder zugänglichen Stelle ins Tal. Dichte Wolken und Nebelschwaden verschleiern den Blick auf das gewaltige Spektakel, was einem das Gefühl vermittelt in Jurassic Park gelandet zu sein.


Anzumerken bleibt, dass die meisten Wasserfälle Teil eines Creeks (dt. Bach) sind. In der Trockenzeit oftmals ausgetrocknet, nehmen diese Bäche in der Regenzeit die Ausmaße eines ordentlichen deutschen Flusses an. Ein australischer Fluss bei voller Flut ist ein massives Gewässer gegen das der Neckar wie ein Flüsslein anmutet.


Die Tablelands sind außerdem eine Region vulkanischen Ursprungs, die jüngste Vulkanaktivität ist „nur“ einige 10 000 Jahre her.

Wir müssen also nicht vor glühender Lava fliehen, sondern erfrischen uns im Kratersee Lake Eacham…


… und bestaunen den eindrucksvollen 150 m tiefen Krater von Mount Hypipamee, der durch eine Gasexplosion entstanden und heute zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist.


Zum Schluss noch das echte Regenwald-Highlight der letzten zwei Tage – die Curtain Fig Tree (Vorhang-Feigenbaum). Gigantisch groß und mit eindrucksvollen Luftwurzeln ein echtes Naturspektakel. Erst wenn man so etwas sieht fühlt man sich richtig im Regenwald angekommen.


Entstanden ist dieser Baum übrigens aus einem einzelnen Samen, der auf der Astgabel eines anderen Baumes gelandet ist. Von dort aus wächst die Feige parasitär und bildet Luftwurzeln. Sie stranguliert ihren Wirtsbaum zunehmend bis dieser auf einen anderen Baum fällt und somit die schräge Grundlage der Fig Tree bildet.

WER HAT DEN GRÖßTEN GUMMISTIEFEL DER WELT?

Tully, der Ort mit dem meisten Niederschlag in ganz Queensland.