Freitag, 19. März 2010

Roadtrip Tag 7: Caloundra - Nambour - Noosa (140 km)

Willkommen in Noosa – ziehen auch Sie ins Ferienparadies!

Schon ab $1.000.000 können auch Sie ein kleines Zwei-Zimmer-Apartment Ihr eigen nennen. Paradiesische Ruhe bekommen sie in jedem unserer Apartments gratis dazu.


Noosa ist das Juwel der Sunshine Coast. Die kleine, aber umso interessantere zentrale Hastings Street führt den Besucher von exquisiten Edelboutiquen zu leckeren Smoothiebars, von hippen Surfshops zu edlen Fischrestaurants (kleine Mittagsplatte schon ab edlen $115) und von schönen Fotoausstellungen zu gemütlichen italienischen Espressobars. An den Kunstgalerien kann man gerne für einen kurzen Plausch anhalten (selbst wenn man nicht gerade zum typischen Klientel gehört).

Für all diejenigen, die es nach dem gemütlichen Schlendern durch das Örtchen nach einem kühlen Bad gelüstet, liegt direkt nebenan der weitläufige Strand, der geübte Surfer mit sanften zwei Meter Tubes verwöhnt (bzw. den Ungeübten unter zwei Meter Brechern zerschmettert und dabei die Kontaktlinsen aus den Augen reißt).
Eine zarte Strömung zeigt den Badenden viele verschiedene Teile des Strandes (bzw. befördert den Schwimmer in wenigen Minuten vom einen Ende des Strandes zum anderen, insofern man nicht schon vorher gegen einen Wellenbrecher geklatscht wird).

Vom Strand eingebettet wird die grüne Landzunge von Noosa Head, die BBQs an der pittoresken Uferpromenade zwischen wilden Buschhühnern bietet.


Bei aller Schönheit ist Noosa auch noch überaus sicher – nirgendwo anders finden sich so viele Kreisverkehre wie hier. (Bruce aka. John McClain, unsere aktuelle Navi-Stimme, geht dabei fast die Puste aus – „Fahr drüber ü ber den Kreisverkehr, zweite Ausfahrt. Dann fahr drüber über den Kreisverkehr erste Ausfahrt, Schweinebacke. Nach 200 m fahr drüber über den Kreisverkehr, zweite Ausfahrt, aber pronto!“)


Noosa markiert das Ende der überaus malerischen Sunshine Coast, die sich von Brisbane aus nach Norden erstreckt. Im Gegensatz zur südlichen Gold Coast dominieren hier nicht Hoteltürme, sondern malerische Städchen und Dörfer die Szenerie.

Investieren Sie also noch heute – ins Paradies!

WER HAT DIE GRÖßTE ANANAS DER WELT?
Nambour. Auf der zugehörigen Ananasplantage lässt sich außerdem der kleine, schmackhafte Bruder der großen Ananas erstehen (wiiiiiiiiiiiinzig im Vergleich, oder?).

Donnerstag, 18. März 2010

Roadtrip Tag 6: Surfers Paradise - Brisbane - Caloundra (175 km)

Surfers Paradise - der Name ist Programm. Oder doch nicht?
Einen Strand mit Surfwellen gibt es, ein Surfbrett und zwei surf-willige Reisende auch. Also kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder doch?

Heute soll der Tag sein, an dem Sina auch mal surfen geht. Zwar nur im Whitewash der schon gebrochenen Wellen, aber immerhin. Sina bewaffnet sich mit dem Surfboard, Jonathan mit der Kamera und los gehts. 

Der erste Versuch endet kläglich nach wenigen Schritten. Die Wellen sind so groß und die Strömung so stark, dass nicht Sina das Surfboard, sondern eher das Surfboard Sina beherrscht. Anstatt sofort zur Hilfe zu eilen, macht Jonathan lieber Fotos davon:


Mit vereinten Kräften schaffen wir es dann aber doch noch, dass Sina auch ein oder zwei Wellen surft. Zumindest so halbwegs. Bei Rauskommen aus dem Wasser wirkt sie dann schon viel souveräner als zu Beginn :)

Soweit konnten wir also weder Surfer noch Paradise entdecken und machen uns enttäuscht auf die Weiterreise. Oder doch nicht? 

Völlig unvorhergesehen wandelt sich Surfers Paradise zu Sinas Paradise!

Wir entdecken einen Outletstore von Roxy und Quiksilver und gleichzeitig auch, dass vor allem Sina deutlich mehr Talent zum Shoppen als zum Surfen hat... :)

Nachdem beide ausreichend mit neuen Klamotten eingedeckt sind (sehr praktisch auf einem Roadtrip ohne Waschmaschine) geht es zum nächsten Etappenziel:

Brisbane, die Hauptstadt von Queensland.

Brisbanes Innenstadt erkunden wir hauptsächlich mit dem Auto - auf der stundenlangen und verwirrenden Suche nach einem Parkplatz. Schließlich finden wir doch noch einen und absolvieren das obligatorische Sightseeing-Programm. Brisbane als Großstadt mit leichtem Tropenflair hat nicht übermäßig viel zu bieten, lustige Fotos kann man aber trotzdem machen.

Mittwoch, 17. März 2010

Roadtrip Tag 5: Byron Bay - Nimbin - Coolangatta - Surfers Paradise (180 km)

Regenbogen, antiamerikanische Parolen, bunte VW Bullys, Räucherstäbchen, Kampagnen für die Legalisierung von Marihuana, Pazifismusappelle. In den Straßen freundliche Leute, die sich beständig erkundigen, ob man denn noch „etwas brauche“.
Auf die Frage nach dem Wetterbericht im örtlichen Gemeindezentrum antwortet die schwangere Dreißigjährige mit Dreadlocks und tätowierten Ohren: „Wenig Regen, aber das ist schlecht - für den Marihuanaanbau…“
The summer of sixty nine?

Nein. Statt in Woodstock befinden wir uns in einem kleinen Kaff Namens Nimbin und wir schreiben nicht das Jahr 1969, sondern 2010.
Vor zwanzig Jahren war Nimbin Schauplatz des legendären Aquarius Festivals und wie es scheint, beschlossen einige der Teilnehmer für immer zu bleiben. Die kleine Hippieenklave wirkt etwas deplatziert; wir wandern von Laden zu Laden und von Museum zu Museum und haben dabei irgendwie den Eindruck, hier auf eine völlig fremde, unbegreifliche Kultur gestoßen zu sein.


Unter der Dunstglocke aus Gras und Räucherstäbchen geht fast verloren, dass Nimbin spirituell noch viel mehr zu bieten hat – für die Aborigines sind die Nimbin Rocks eine geheiligte Stätte, die sich uns in mystischen Nebel hüllen.


Das krasse Gegenteil stellt unser abendlicher Halt in Surfers Paradise dar. Schon von weitem – hier von Coolangatta aus bei der mittäglichen Surfsession – sieht man die Betonburgen am Ufer emporragen. Deren unglaubliche Hässlichkeit wird nur noch vom Niveau der Besucher unterboten; Ballermann auf australisch. Paradies? Nicht für uns…


WER HAT DIE GRÖßTE GITARRE DER WELT?

Surfers Paradise (übrigens das einzige Hardrockcafé in ganz Australien). Und wer hat die kleinste australische Gitarre? Der Bene - zumindest bald...

Dienstag, 16. März 2010

Roadtrip Tag 4: Woolgoolga - Byron Bay (215 km)

Auf der Fahrt von Woolgoolga Richtung Byron Bay im Norden von New South Wales verändert sich plötzlich die Landschaft. Wo vorher unendlich wirkende Eukalyptuswälder das Landschaftsbild beherrschten, tauchen innerhalb weniger Kilometer riesige Zuckerrohrfelder auf. Zuckerrohr? Das zunehmend wärmere Klima bringt nicht nur Zuckerrohr zum Wachsen sondern auch uns langsam ins Schwitzen…


Byron Bay ist nicht nur DIE Surfmetropole von New South Wales, sondern beherbergt mit Cape Byron auch den östlichsten Punkt des australischen Festlandes.


Die berauschende Aussicht müssen wir uns allerdings im Schweiße unseres Angesichts erwandern…


Im Mekka aller Surfer scheint die Uhr langsamer zu ticken. Die Atmosphäre ist unglaublich entspannt, jeder scheint nur nach Byron gekommen zu sein um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Surfshorts und Bikinis dominieren die Straßen, Rastalocken und zerstrubbelte Surferhaarschöpfe an jeder Ecke. Der Sand scheint hier weicher, die Sonne sanfter und die Wogen des Ozeans blauer als anderswo zu sein.


In der lauen Abendsonne gibt es auch für Jona noch eine gechillte Surfsession mit den anderen Surfern, die um das in der Bucht liegende Wrack herum die Wellen entlangsurfen.


Eigentlich hätte unser Tag hier noch nicht enden sollen – wir können uns von der zauberhaften Aura Byrons aber nicht losreißen und lassen den Tag leise unter dem klaren Sternenhimmel von Byron Bay ausklingen.

WER HAT DIE GRÖßTE GARNELE DER WELT?
Ballina. Mit integriertem Fischrestaurant, sodass man im Bauch der Garnele kleine Garnelen verspeisen kann.

Montag, 15. März 2010

Roadtrip Tag 3: Crowdy Head - Port Macquarie - Coffs Harbour (250 km)

Eine zweite Übernachtung am Strand eignet sich bestens für eine frühmorgendliche Surfsession. Kleine, aber saubere Wellen sorgen bei Jonathan für einen endorphinreichen Start in den Tag.


Für die Hafenstadt Port Macquarie war eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp bei einem Koalakrankenhaus geplant. Ein kurzer Spaziergang entlang der Uferpromenade versetzt unserem Zeitplan dann allerdings den Todesstoß...

Um die tristen, großen Steine der Uferbefestigung (Breakwall) etwas ansprechender zu gestalten, werden diese seit Jahren von Besuchern bemalt. Heute findet man dort nun ein kunterbuntes Sammelsurium von allen möglichen und unmöglichen Motiven, Sprüchen und Signaturen.


Wir beschließen, auch uns in dieser „Galerie des Volkes“ zu verewigen. Farbe gekauft, Stein ausgewählt und losgepinselt...

Kaum hat man einen Pinsel in der Hand, rückt man urplötzlich in den Mittelpunkt. Alle möglichen Leute halten an, um die "Künstler bei der Arbeit" zu bestaunen und Fotos vom entstehenden Meisterstück und seinen Urhebern zu machen. Fast etwas unangenehm, zumal die Malerei mit 2$-Farben auf dem unregelmäßigen Stein nicht gerade filigrane Formen und Schattierungen erlaubt. Nach und nach verbinden sich jedoch die blauen und pinken Linien und unser Road-Trip-Bully erwacht zum Leben.


Kaum ist unser Road-Trip-Bully vollendet, schwingen wir uns in unseren Road-Trip-Hippie-Camper und machen, dass wir weiterkommen - nach Frederickton zu Fredo Pies, wo es (angeblich) die besten Pies der Welt gibt.

Zum Schlafen wählen wir einen kleinen Rastplatz am Fuße eines Sikh-Tempels in der Stadt mit dem unaussprechlichen Namen Woolgoolga.

WER HAT DIE GRÖßTE BANANE DER WELT?

Coffs Harbour. Die Big Banana ist laut Reiseführer auch das erste "große Ding" Australiens, mit dem der Wahn nach großen Dingen erst begonnen hat...

Sonntag, 14. März 2010

Roadtrip Tag 2: Newcastle - Hunter Valley - Crowdy Head (300 km)

Das Hunter Valley steht entgegen seinem Namen nicht für Fuchsjagden und Bärenhatz, sondern für allerlei Gaumenfreuden - namentlich Kellereien, Brauereien und Käsereien.

Allen dreien statten wir einen Besuch ab.

Meinungsaustausch bei der Weinprobe:
  
Sommelier – „Voller, trockener Rotwein mit fruchtiger Note nach Waldbeeren mit weichem Abgang.“
Sina – „Bäh!“
Jonathan – „Hm. Ganz lecker.“

Kein Kommentar.

Nächster Stop: BlueTongue-Brauerei, benannt nach dem Blauzungenskink, produziert Jonathans bescheidener Meinung nach eines der besten australischen Biere. Wie soll es anders sein, stammt doch die verwendete Hopfensorte aus Deutschland.

Wir beschließen unsere eigene kleine Gebräuprobe durchzuführen, verschieben diese jedoch zwecks Fahrtüchtigkeit auf den Abend.


Der letzte Abstecher gilt einer Käserei, die wir etwas skeptisch betreten. Die Käseauswahl im durchschnittlichen Supermarkt beschränkt sich auf die Sorten Tasty, Extra Tasty und Processed Cheese, werden aus irgendeinem Grund alle als Cheddar klassifiziert und schmecken mehr oder weniger nach gar nichts.

Die Vorbehalte zeigen sich jedoch als unbegründet, der angebotene Käse schmeckt hervorragend. Solange man nicht auf den Preis schaut, erhält man also auch in Australien vorzüglichen Käse.

Gegen Abend verschlägt es uns an einen winzigen, malerischen Ort namens Crowdy Head. Bilder sagen hier mehr als tausend Worte...

Samstag, 13. März 2010

Roadtrip Tag 1: Sydney - Newcastle (165 km)

Geschafft! Seit gestern ist meine Arbeit an der Uni beendet – die Tage davor waren stressig, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Mein Projekt und auch mein Abschlussvortrag waren ein voller Erfolg und zum Abschied geht es dann noch mal mit dem ganzen Labor malaysisch essen.
Wieder an der Uni werden die letzten Sachen sortiert und zusammen gepackt. Je später der Nachmittag, desto näher rückt der Abschied. Es fühlt sich sehr seltsam an das Labor und vor allem die ganzen Leute jetzt einfach von einem Tag auf den anderen zu verlassen. Besonders der Abschied von Anita fällt mir erstaunlich schwer. Glücklicherweise ist es noch kein endgültiger Abschied.
Zuhause geht es ans Aufräumen und Packen. Mit einem Koffer bin ich gekommen, mit dem aktuellen Inhalt meines Zimmers lassen sich aber wohl gut zwei Koffer füllen. Erstaunlich wie viel unnötigen Kram man in 6 Monaten ansammelt. Also: Ausmisten!


Nach einer relativ kurzen Nacht holen Jona und ich am Samstagmorgen unser Gefährt und gleichzeitig Zuhause für die nächsten drei Wochen ab. Hippiecamper!
Erste Schwierigkeit schon beim Abholen: Wie zwei Deppen stehen wir 20 min vor einem verschlossenen Tor und merken dann erst, dass der richtige Eingang zum die Ecke liegt. Na das kann ja was geben!
Schließlich sind wir aber einige $$$ ärmer, um ein Leihauto reicher und es geht zurück zu mir nach Hause. Auto beladen, Zimmer ausräumen, Wohnung putzen. Das alles zieht sich ganz schön hin und wir starten am Nachmittag auf unsere große Reise.

Bye bye Sydney -  Welcome Roadtrip!!!


Wir wollen Australien in zwei Etappen entdecken:
Sydney - Cairns, 22 Tage, 2500 km
Darwin - Alice Springs, 9 Tage, 1500 km



Da Internetzugriff, Laptopakku und generell die Zeit zum Bloggen auf unserer Reise ein rares Gut sein werden, beschließen Jona und ich unsere Ressourcen zu bündeln. Von nun an werden auf beiden Blogs also identische Berichte zu lesen sein. Enjoy!

An Tag 1 unserer Reise lotst uns der kleine Nils (unsere Navi-Stimme) heraus Sinas Heimatstadt Sydney gen Norden. Unser erster Stopp ist Newcastle, ein hübsches Städtchen am Eingang des Hunter Valleys. Irgendetwas scheint die Stadt kompensieren zu müssen, denn Besucher werden freudig von Newcastles berühmt berüchtigter Aussichtsplattform begrüßt - dem Giant Penis.


Wer Bill Brysons Down Under gelesen hat, wird bestimmt etwas ungläubig die Passagen über die Affinität der Australier zu großen Dingen geschmunzelt haben. Aber schon auf unserem Trip zu den Grampians begegnete uns der Giant Koala als erstes Exemplar dieser Spezies. Newcastles Giant Penis wird da bestimmt nicht der letzte Gigant unserer Reise gewesen sein.

Sparsam wie wir Schwaben nun einmal sind schlagen wir unser Nachtlager am Fuße eines Leuchtturms am schönen Strand von Nobbys Head auf - illegal, aber günstig.